24. Jugendvideopreis Sachsen-Anhalt – die Preise wurden vergeben

400 begeisterte Zuschauer, 25 nominierte Filme und sechs glückliche Gewinner: Am Sonntag wurden beim Jugendvideopreis Sachsen-Anhalt bereits zum 24. Mal junge Filmemacherinnen und Filmemacher des Landes ausgezeichnet. Das mehr als sechsstündige Programm umfasste alle Genres: fantasievolle Schülerproduktionen, spannende Spielfilme, anspruchsvolle Dokumentarfilme, Musikvideos mit selbstgemachter Musik, überraschende Experimentalfilme und aufwändige Animationen.

„Trendsetter“ und „Paradies im Chaos“ gewinnen in der Kategorie der Fortgeschrittenen
In der Kategorie der Fortgeschrittenen vergab die Jury zwei erste Preise von jeweils 550,00 Euro. Der Kurzfilm des 21jährigen Hans Höpfner aus Dessau „Trendsetter“ überzeugte die Jury mit einer tiefgründigen Geschichte um Standhaftigkeit, Mut und Selbstbewusstsein. „Der Film ist großes Kino“ urteilte die Jury „und überzeugt in der Wahl seiner filmischen bzw. gestalterischen Mittel in jeder Beziehung.“ Grund zum Jubeln hatte Hans Höpfner und sein 15köpfiges Teams gleich nocheinmal. Der Film, der eine Schulgeschichte erzählt und in den eine ganze Schulklasse eingebunden war, erhielt auch den mit 100,00 Euro dotierten Publikumspreis.

Die Dokumentation „Paradies im Chaos“ von Zule Gattas erzählt eine Geschichte aus Kolumbien, genauer gesagt eines Bewohners der Insel Santa Cruz del Islote, die am dichtesten besiedelte Insel der Welt. Drei Wochen hatten sich die 23jährige aus Kolumbien stammende Magdeburger Studentin und ihr Kameramann Hovhannes Martirosyan auf Santa Cruz del Islote aufgehalten und eine Fülle von Geschichten und Bildern mitgebracht, die sie zu einem mitreißenden Dokumentarfilm montierten, der die Jury ganz und gar überzeugte.

Eine lobende Erwähnung sprach die Jury für den Film „Impobolis“ des 23jährigen Hallensers Jannis Fahrenkamp aus. Der aufwändige Stop-motion-Film spielt auf einer Intensivstation, in der die Pflege von Robotern übernommen wird, und in der die Patienten ihrer Todesangst hilflos ausgeliefert sind.

“O’s Süd Odyssee“ und „Craving“ gewinnen in der Kategorie „Newcomer“
In der Kategorie „Newcomer“ ging der erste Preis in Höhe von 500 Euro an den 20jährigen Auszubildenden Mirko Arndt und sein 8-köpfiges Team aus Halle für den 6-minütige Film „O’s Süd Odyssee“. Im Mittelpunkt steht ein junger Mann, der vor seinen ewig streitenden Eltern nach draußen flieht und sich in einem heruntergekommenen Stadtteil auf der Straße herumtreibt, wo ihm Gewalt aber auch die Liebe begegnet. „Der Film überzeugt durch vielseitige stilistische Mittel, die den Millieu-Alltag eines tristen Stadtviertels darstellen und spielt auch mit absurden Momenten. Die Story ist einfach, aber ehrlich; der Film setzt Actionsequenzen ebenso stilsicher in Szene wie ruhige Dialoge und bizarre Momente“ so die Begründung der Jury.

Über den 2. Preis in Höhe von 300 Euro für „Craving“ freuen sich Marvin Alexander Jimenez Mairena und Sebastian Timpe aus Magdeburg. Der Horrorfilm erzählt von der 20-jährigen Studentin Emely, die Weihnachten auf ihre Eltern wartet und in einen paranoiden Alptraum gerät. In ihrer Laudatio würdigte die Jury die Umsetzung eines Gerne-Films, der gezielt mit den Mitteln des Horrors arbeitet: Eine aufwendige Soundkulisse erhöht die Spannung, während die Kamera die Protagonistin durch die Wohnung verfolgt, Wandschränke zu möglichen Verstecken für das Böse werden und grelle Bilder stroboskopartig die Filmhandlung durchbrechen und den zunehmenden Zusammenbruch der Hauptfigur demonstrieren. Die heile Welt der Weihnacht wird zum Albtraum. Der Film präsentiert einen durchgehend einheitlichen Stil, in dem Handlung und Form von Anfang bis zum Schluss Hand in Hand gehen.“

„Broken Mind“ und „Der Puppenspieler“ gewinnen in der Kategorie „Die jungen Teams“
In der Kategorie „Die jungen Teams“ ging der mit 500 Euro dotierte Preis der Jury an den Film „Broken mind“ des Filmcamp-Teams der LAG Jugend und Film Sachsen-Anhalt e.V. unter Leitung von Maximilian Fürstenberg. Der 8-minütige Spielfilm erzählt von einem jungen Mann, der nach einer ärztlichen Diagnose beschließt, sich den Schatten seiner Vergangenheit zu stellen und sein Leben neu zu ordnen. Beteiligt waren 15 Jugendliche im Alter von 12-17 Jahren, die gemeinsam die Idee entwickelten, das Drehbuch schrieben und den Film umsetzten. Die Jury lobte vor allem, dass die Geschichte psychologisch gut nachvollziehbar erzählt wird. „Die Hauptfigur ist eine echte Identifikationsfigur, sie ist mutig und macht Mut. Der Film erzählt spannend, welche Bedeutung Freundschaft für junge Menschen hat“.

Der mit 150 Euro dotierte Preis der Kinderjury ging an den 10-minütigen Film „Der Puppenspieler“, von Kindern der Sekundarschule Goldbeck & Kunstplatte e.V. aus Stendal. In dem Film wird eine Gruppe Kinder in eine verlassene Schule gelockt, wo sie auf gruselige lebende Puppen stoßen, die von einem mysteriösen Puppenspieler gelenkt werden. Unter medienpädagogischer Leitung von Franziska Bredow und Claudia Trost hatten 12 Kinder bzw. Jugendliche der Klassen 5 bis 8 das Drehbuch selbst entwickelt, waren Schauspieler, Kameraleute, Kostümbildner, Requisitenbauer, Drehortscouts und auch am Schnitt aktiv beteiligt.
Mitglieder der Kinderjury waren in diesem Jahr 20 Kinder der Comeniusschule – Förderschule für Lernbehinderte in Magdeburg. Von den 12 in dieser Kategorie nominierten Filmen entschieden sich die Kinder für den Gruselfilm, weil „die Story spannend (ist), die Schauspieler cool und überzeugend, die Kostüme toll und der Film von der ersten Minute an spannend, aber auch lustig ist.“

In diesem Jahr waren insgesamt 89 Kurzfilme, an denen rund 800 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene beteiligt waren, zum 24. Jugendvideopreis Sachsen-Anhalt eingereicht worden. Die Filme gewähren einen einzigartigen Einblick in die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen und zeigen auf vielfältige Art und Weise wie kreativ, mutig und engagiert der Filmnachwuchs im Land ist. Seit 24 Jahren bietet der Jugendvideopreis eine eigene Plattform, um ihre ersten Werke einem großen Publikum zu präsentieren. Der Jugendvideopreis wurde 1994 von den Offenen Kanälen des Landes ins Leben gerufen und wird unterstützt von der Medienanstalt Sachsen-Anhalt, dem Kultusministerium Sachsen-Anhalt, der Landeszentrale für politische Bildung, der Lotto-Toto-GmbH Sachsen-Anhalt und der LAG Jugend und Film.

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