18. Stolpersteine in Magdeburg
Wir erinnern an das Ehepaar Hirsch
Zum Gedenken an ermordete jüdische Magdeburger wurden am 11. Oktober in Magdeburg Stolpersteine verlegt. Am ehemaligen Fürstenufer 12, heute Schleinufer 12, fand eine Zeremonie für die Eheleute Eugen und Charlotte Hirsch statt, die am 28.Mai 1943 in Sobibor ermordet wurden.
Eugen Hirsch und Charlotte Gottschalk entstammen beide jüdischen Familien, die seit langem in
Magdeburg ansässig sind. Die Eltern von Eugen Hirsch sind Abraham Hirsch (1844-1919) und Helene
geborene Selowsky (1852-1937). Abraham Hirsch gründet 1872 in Magdeburg eine Zigaretten-,
Tabak- und Zigarrenfabrik, deren Marke “ Bonitas” eine ziemliche Bekanntheit erreicht. Zunächst befindet
sich die Firma in der Großen Münzstraße, später Goldschmiedebrücke und dann am Füstenufer (heute
Schleinufer). Später nennt sich die Firma eine Zeit lang “Orientalische Zigaretten- und Tabakfabrik”,
dann, als die Söhne mit ins Geschäft einsteigen, Firma A. Hirsch & Co..
Eugen Hirsch hat vier Geschwister, Max, Arthur, Elfriede (später verheiratete Schildt) und Käthe (später
verheiratete Spanier). Max Hirsch und zeitweise wohl auch Eugen arbeiten in der väterlichen Firma
mit. Max leitet bis 1929 eine Filiale in Heidenau bei Dresden. Er geht mit seiner Familie 1929 in die
USA und lebt nach dem Krieg in der Schweiz. Eugen scheint als Handelsvertreter der Firma und zeitweise
anderer Zigarettenfirmen gearbeitet zu haben – da fehlen genauere Informationen. Arthur heiratet
die Tochter eines Burger Schuhfabrikanten, wird dort einer der Direktoren und zieht mit seiner Familie
1930 nach Burg.